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Theater spielbetrieb: "der thermale widerstand"

von ferdinand schmalz

25.11.2022 20:00 Uhr

Theater spielbetrieb: "der thermale widerstand"


Einlass: 19:30 Uhr

Beginn: 20:00 Uhr

 

Eintritt (Abendkasse):

€ 16.- / 13.- (ermäßigt)

Eintritt (VVK - über Easyticket)

€ 14.- / 11.- (ermäßigt)    

Link zu Easyticket: https://www.easyticket.de/veranstaltung/theater-spielbetrieb-der-thermale-widerstand/90893

 

 

 

der thermale widerstand

von ferdinand schmalz

 

„Es ist anzunehmen, dass bei der anerkannt großen Freiheitsliebe der Bevölkerung einer-
seits und der erwiesen großen Rücksichtslosigkeit des möglichen Gegners andererseits es
über kurz oder lang zwangsläufig zu Zusammenstößen kommen wird.“ !

(Hans von Dach)


„Warnung! Auf dem Weg des geringsten Widerstandes !
ist besonders hohes Verkehrsaufkommen zu erwarten!“

(KarlHeinz Karius)


„Auch wenn der Bademeister stirbt, ist lange noch nicht Badeschluss.“
(Dr. Folz, Geologin)

 

Ein beschauliches Kurbad soll zum Tropical Paradise umgestaltet werden. Bademeister Hannes ist
gegen eine gewinnoptimierte Wellnesfabrik und bekommt prompt die Kündigung. Damit ist die An-
gelegenheit für ihn jedoch noch lange nicht erledigt - im Gegenteil: Hannes plant den Widerstand.  
„Die Bäder denen, die baden gehen“ skandiert der Revolutionär in Badeschlappen und verbarrika-
diert alle Ausgänge, während die Kurgäste – satt und doch von Schokokipferl träumend, beflissen,
aber träge – am Beckenrand planschen. Doch Unwellness im Wohlfühltempel kann die Kurbadlei-
tung nicht zulassen. In Zeiten, in denen fast jede Stadt ein Bad im Namen trägt und sich die Ther-
men gegenseitig die Bäderkunden wegfressen, gilt es wettbewerbsfähig zu bleiben. Oder, wie Kur-
leiterin Roswitha zu sagen pflegt: „Ein jeder hat in Zeiten des globalen Thermenkannibalismus Op-
fer zu bringen.“ Um den untergetauchten Revolutionär wieder an die Oberfläche und so in ihre
Arme zu spülen, greift sie bald zu radikalen Mitteln und flutet das gesamte Bad ohne Rücksicht auf
Verluste.
Die Welt als Thermalbad – Ferdinand Schmalz zeichnet mit seinem Stück ein treffendes Bild unse-
rer Überflussgesellschaft, die ihr Recht auf Entspannung auch nicht aufgeben möchte, wenn den
anderen das Wasser schon bis zum Hals steht. In der gewohnt bissig-komischen Inszenierung
des spiel-betrieb tauschen die Protagonisten ihre sprichwörtlich weiße Weste gegen einen flau-
schigen Bademantel und lassen den Zuschauer eintauchen in ein unterhaltsames Szenario zwi-
schen Wassergymnastik und Revolutionstheorien.

 

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Ferdinand Schmalz (geboren 1985 in Graz) studierte Theaterwissenschaft und Philosophie in
Wien. Er war Regieassistent am Schauspielhaus Wien und am Schauspielhaus Düsseldorf. Mit
seinem ersten Stück „am beispiel der butter“ gewann er den Retzhofer Dramapreis 2013. Es folgte
die Einladung zu den Mülheimer Theatertagen „Stücke 2014“ und die Zeitschrift „Theater heute“
wählte seinen Text zum „Stück des Monats“ (April 2014). Im Rahmen der Autorentheatertage Berlin
wurde sein zweites Stück „dosenfleisch“ in der Spielzeit 2015/16 am Wiener Burgtheater uraufge-
führt. „Der thermale Widerstand“ hat Ferdinand Schmalz für das Schauspielhaus Zürich geschrie-
ben. Es bildet den Schlusspunkt seiner „Revolutionstrilogie“. 2017 gewann Ferdinand Schmalz
mit „mein lieblingstier heißt winter“ den Ingeborg-Bachmann-Preis.


Die Schauspielgruppe spiel-betrieb steht seit über 10 Jahren für Freies Theater auf hohem Ni-
veau und eine besondere Stückauswahl. Ihre jährlichen Inszenierungen zeichnen sich durch thea-
trale Leichtigkeit trotz gewichtiger Themen, unbändige Spielfreude und viel skurrilen Humor aus.
Stetig wachsende Zuschauerzahlen und regelmäßig ausverkaufte Vorstellungen sprachen schon
länger dafür, dass sich das auch über die Stadtgrenzen Stuttgarts hinaus herumgesprochen hatte.
Der Landesamateurtheaterpreis 2021, der vom Land Baden-Württemberg verliehen wird und mit
dem die Gruppe um Alexander Braun im vergangenen Jahr für ihre Inszenierung „Genannt Gos-
podin“ ausgezeichnet wurde, liefert nun endlich den verdienten Beweis.

 

Bisherige Produktionen und Erfolge:  
2011: ISMENE von Jeremy Menekseoglu (deutschsprachige Erstaufführung) !
2012: LIV STEIN von Nino Haratischwili!
2013: SPRENGSÄTZE von Roland Hüve (Uraufführung)!
2014: DIE GEHALTSERHÖHUNG von Georges Perec !
2015: PERPLEX von Marius von Mayenburg!
2016: FREIE SICHT von Marius von Mayenburg!
2017: DIE ÜBERFLÜSSIGEN von Philipp Löhle!
2018: DON QUIXOTE UND DIE HELDEN DER MANTSCHA von Christian Winkler (Deutschlandpremiere) !
2019: GENANNT GOSPODIN von Philipp Löhle
2021: AUSZEICHNUNG MIT DEM LANDESAMATEURTHEATERPREIS DES LANDES BADEN-WÜRTTEMBERG
2022: DER THERMALE WIDERSTAND von Ferdinand Schmalz