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GESCHICHTLICHES

Wie sich die Mühle entwickelte

Die alte Mühle ist seit 1921 Bestandteil unseres Stadtbildes und erfuhr im Laufe ihrer Existenz viele Veränderungen.

Hier möchten wir Ihnen einen kurzen Überblich geben, wie es zum heutigen Kulurzentrum wurde.

Das Gebäude
Alte Mühlentechnik
Wissenswertes über Menschen
Wie das Kulturzentrum begann

siehe auch Historischer Stadtrundgang Filderstadt

DAS GEBÄUDE

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20. Januar 1921: Der Gemeinderat erfuhr, das Elektrizitätswerk Röhm aus Mittelstadt wolle in Bonlanden oder Plattenhardt eine Mühle errichten, wenn sie den Bauplatz kostenlos zur Verfügung gestellt bekäme. Der Gemeinderat befand,
"daß es nur wünschenswert wäre, wenn eine Mühle hier erstellt würde; hiedurch würde nicht nur eine Steuerquelle der Gemeinde entstehen, sondern auch jeder [Land] Besitzer der Gemeinde hätte dadurch einen Gewinn, daß ihre Frucht nicht mehr auswärts gemahlen werden muß und dadurch Kosten und Zeit erspart wird."
Die Nahrungsmittelknappheit des Ersten Weltkriegs und der Nachkriegszeit ließ das Müllergeschäft wieder lohnend erscheinen. Somit stieß die Firma Röhm durchaus in eine Marktlücke.

1921/22 wurde die Mühle auf dem damals modernsten technischen Stand als "Rückschüttmühle" gebaut.

Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte (statt der Umtauschmühle) der Mehlverkauf eine wachsende Rolle. Die Mühle hatte einen eigenen Mühlenladen.
Man backte nun immer weniger selbst, sondern kaufte das fertige Brot beim Bäcker. Da aber die Bonländer Bäckereien ihr Mehl immer mehr über den Handel von Großmühlen bezogen, verkleinerte sich der Absatzmarkt trotz der steigenden Einwohnerzahlen.

Ende der 1950er Jahre zeigte sich, dass es Zeit für eine grundlegende Erneuerung und Modernisierung der Bonländer Mühle gewesen wäre, was aber Investitionen in Höhe von rund 300.000 DM bedeutet hätte.

1960 wurde der Mahlbetrieb eingestellt.

Ende der 1970er Jahre erwarb die Stadt Filderstadt das Gebäude.

Im Juli 1981 begann der neu gegründete Verein "Kommunikationszentrum Filderstadt e.V." mit der Renovierung des Gebäudes, am 13. März 1982 konnte es eingeweiht werden. Es dient seitdem als Kulturzentrum und ist Schauplatz zahlreicher Kulturveranstaltungen.

1994/95 wurde das Gebäude durch die Stadt grundlegend renoviert.

Seit der Eröffnung am 14. Mai 1995 sind dort der Verein KOZ, die Familienbildungsstätte, der Frauentreffpunkt ("Cafemina") sowie die VHS/Kunstschule untergebracht.


Quelle Historischer Stadtrundgang Filderstadt

ALTE MÜHLETECHNIK

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Im Untergeschoss befanden sich als Antrieb ein Elektromotor mit 32 PS und verschiedene Transmissionen. Im Erdgeschoss, dem heutigen Festsaal des KOZ, befanden sich drei Walzenstühle, ein Schrotgang und ein Mahlgang. Der eigentliche Mahlvorgang bestand aus sieben Durchgängen, nämlich aus vier Schrotgängen, zwei Glattgängen und einem Mahlgang. Im Erdgeschoss befanden sich verschiedene Waagen und ein Gerbgang zum Dinkelschälen, außerdem war hier der Stauraum für die angelieferten Säcke.
In den weiteren drei Obergeschossen unter dem Dach befanden sich die Mischmaschinen, Schüttbehälter und Sichter (Siebe).

Quelle Historischer Stadtrundgang Filderstadt

WISSENSWERTES

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Als erster Müller begann Christian Kallenberger (1880-1948), der Schwiegersohn von Georg Röhm, ihm folgte sein Sohn Erwin, ebenfalls gelernter Müller. 1936 gab dieser jedoch die Mühle auf.
Am 1. Februar 1937 begann der Müllermeister Martin Luz (1906-1986) als neuer Pächter.

Zur Belegschaft der Mühle gehörten zwei Gesellen und ein Fahrer. Zusätzlich mussten aber auch die Familienmitglieder mithelfen, vor allem in der zur Mühle gehörenden Landwirtschaft. Zur Selbstversorgung, aber auch, um die beim Mahlen für die Bäckerkundschaft anfallende Kleie verfüttern zu können, wurden mehrere Schweine gehalten.
Zunächst handelte es sich noch um eine Lohn- und Umtauschmühle. Die Kunden waren überwiegend Bauern aus Bonlanden, Plattenhardt, Stetten und z.T. aus Sielmingen.

WIE DAS KULTURZENTRUM BEGANN

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Die Geschichte des Vereins „Kultur- und Kommunikationszentrum ALTE MÜHLE e.V.“
(aus Sicht und Erinnerung von Rolf G.)

1981
Ein bunt zusammengewürfelter Haufen von jugendlichen (16 – 25 Jahre alt) fand das „Angebot“ in Filderstadt ziemlich uncool: Es gab kaum Möglichkeiten, seine Freizeit sinnvoll zu verbringen, die bestehenden Vereine waren stark verkrustet, es gab keinerlei Räumlichkeiten für Jugendliche und auch keine Angebote. Das damalige Jugendzentrum Filderstadt („Z“) war ein Keller-Raum in Bernhausen (La Souterrainstr.) – lediglich „geduldet“, nicht offiziell und ziemlich „verrucht“.
Die Handvoll Jugendlicher war bestrebt, diese Situation zu verändern und ein Angebot für Jugendliche und kulturelle Beschäftigung und Freizeitgestaltung zu schaffen. Sie gründeten den Verein „Kultur- und Kommunikationszentrum Filderstadt“
Das Gebäude „Alte Mühle“ stand schon seit Jahren leer, war völlig heruntergekommen, sämtliche Fensterscheiben waren eingeschlagen und das Gebäude diente höchstens für manche unerschrockene Kinder und Jugendliche als „geheimes Lägerle“.

Die Stadt Filderstadt war zwar an dem Kauf des Gebäudes grundsätzlich interessiert, war aber zu der Zeit mit Herrn Röhm (dem Besitzer der Alten Mühle) im Streit, und so verweigerte Herr Röhm den Verkauf an die Stadt. Stattdessen (und allein schon um die Stadt zu „ärgern“) beschloss Herr Röhm dem Verein „Kultur- und Kommunikationszentrum Filderstadt“ das gesamte Gebäude zu einem (fast symbolischen) Preis von DM 300.- / monatlich zu vermieten – mit der Auflage „Ihr müsst halt alles selber machen und reparieren“. Damit begannen die ersten „Renovierungsarbeiten“ des Gebäudes der Alten Mühle: Ab dem Sommer 1982 verbrachten ca. 20-30 Jugendliche ihre Sommerferien und ihre Freizeit damit, in der Humboldtstraße 5 das vollkommen heruntergekommene Gebäude mit einfachen und primitiven Möglichkeiten wieder herzurichten. Eine spannende Zeit.

1983 – xxxx

Das Gebäude der Alten Mühle wird vom Verein Kultur- und Kommunikationszentrum ALTE MÜHLE e.V. „bewirtschaftet“ und „genutzt“, dazu gehören insbesondere

  • Teestube (Vorläufer vom KULTUR lokal)
  • Großer Saal mit Veranstaltungen
  • Bandräume im Keller (Amrum, später: Spiegelei, Semi Per Meabel, Bänderiss)
  • Food-Coop im Keller
  • Fahrradwerkstatt
  • Montagstreff (Vorgänger der Hausversammlung HV)

 

Die Stadt konnte sich jetzt doch mit Herrn Röhm einigen: Das Gebäude wird verkauft. Unklar: Kann der Verein weiterhin die Räume der Alten Mühle nutzen – oder wird das Gebäude abgerissen und für ganz andere Pläne der Stadt verwendet.

Nach eine offenen Gemeinderatssitzung (extremer Auflauf) beschließt die Stadt, das Gebäude zu erwerben, es zu sanieren und sowohl dem Verein  „Kultur- und Kommunikationszentrum ALTE MÜHLE e.V.“ weiterhin zur Verfügung zu stellen, als auch andere Vereine/Organisationen unter zu bringen:

  • VHS
  • Frauentreff
  • Familienbildungsstätte